Viele Zuschauer. Acht Tore. Emotionen pur. Der SV Fortuna Bottrop gewinnt ein irrsinniges Bezirksliga-Spiel mit 5:3 (1:2) und die letzten 15 Minuten gehörten einzig und allein dem Heimteam.
Die ballsichereren Vogelheimer nutzten in Halbzeit eins immer wieder unnötige Fehler im Fortuna-Spielaufbau. In der 34. Minute folgte die nicht unverdiente Gästeführung zum 1:2. Es war ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten, hitzigen Zweikämpfen und strittigen Entscheidungen.
Wie so oft fand das Trainerteam in der Pause offenbar die richtigen Worte. Fortuna kam mit Wucht zurück. Chancen im Minutentakt, ein irres Spiel für die Zuschauer. In der 56. Minute traf erneut Dickmann zum 2:2. Doch wieder schlug Vogelheim nur zwei Minuten später zurück, 2:3. Ein Spiel, das keiner kontrollieren konnte, nur fühlen.
Die Fortuna im Rausch. Dann kam die Phase, die dieses Spiel unvergesslich machte. Die letzten 15 Minuten gehörten nur noch der Fortuna. Druckvoll, leidenschaftlich, mit breiter Brust. In der 76. Minute dann der vielumjubelte Ausgleich: Niklas Wenderdel behielt im Strafraum die Übersicht und schob zum 3:3 ein. Rheinbaben stand Kopf. Fortuna roch nun Blut. Nach einem Standard in der 83. Minute stieg Hussein Solh am höchsten und wuchtete den Ball per Kopf zur 4:3-Führung ins Netz. Pure Ekstase.
Und die Rot-Weißen waren noch nicht satt. Wie im Rausch spielten sie weiter nach vorne. In der 86. Minute machte erneut Niklas Wenderdel den Deckel drauf. 5:3. Entscheidung. Jubeltrauben. Fäuste in der Luft. Ja, defensiv war es diesmal kein Glanzstück. Aber was diese Mannschaft in der Schlussphase zeigte, war pure Moral. Leidenschaft, Wille, Glaube. Tugenden, die auf Rheinbaben gelebt werden.
Ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst. Ein Sieg, der zusammenschweißt. Und eine Fortuna, die gezeigt hat: Wenn es brennt, sind wir da. Das sagten unsere Trainer:
„Ein Fabelstart mit dem 1:0 in der ersten Minute, was uns aber nicht gutgetan hat. Danach war es lethargisch und wir kamen nicht gut rein. Stellen uns dann beim 1:1 nicht clever an und das 1:2 dann ein Sonntagsschuss. Dann machen wir das 2:2 und bekommen direkt wieder einen Nackenschlag zum 2:3. Was danach kam, zeigt dann wieder, welche Qualität wir im Kader haben, wie wir von der Bank nachlegen können. So Siege erringst du halt einfach nur, wenn das Kollektiv passt. Riesenrespekt, das ist Rheinbaben. Da kann man dann solche Spiele drehen, egal wie aussichtslos das erscheint. Unsere Serie wollen wir fortführen, gegen den Ligaprimus Klosterhardt in der nächsten Woche.“

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