Was für ein Freitagabend auf Rheinbaben! Unter Flutlicht entwickelte sich zwischen der SV Fortuna Bottrop und dem FC Neukirchen-Vluyn ein echtes Bezirksliga-Spektakel.
Sieben Tore, Platzverweise, sieben Minuten Nachspielzeit und eine Fortuna, die bis zum Schluss um jeden Meter kämpfte. Am Ende blieb der Dreier in Bottrop. 4:3 mit Wille, Leidenschaft und einer Portion Glück.
Früher Rückstand, schnelle Antwort.
Beide Teams waren von Beginn an auf Betriebstemperatur. Bereits in der 6. Minute schlug der Gast zu. Mit der Hacke wurde der Ball sehenswert in den Lauf gespielt, der Abschluss folgte prompt: 0:1. Doch die Antwort der Fortuna ließ nicht lange auf sich warten. Marcel Hegemann setzte sich auf der rechten Seite stark durch und brachte den Ball gefährlich nach vorne. Lennart Jablonski vollendete zum schnellen 1:1-Ausgleich.
Es blieb ein laufintensives und offenes Spiel. Neukirchen-Vluyn kam dabei immer wieder gefährlich durch und erspielte sich eine Reihe guter Chancen. Doch Fortuna konnte sich auf einen starken Cedric Lohe verlassen, der mehrfach glänzend parierte. Offensiv fehlten den Gastgebern zunächst die ganz großen Möglichkeiten. Bis zur 39. Minute: Ein toller Pass in die zentrale Schnittstelle, der Fortuna-Angreifer wurde nur noch durch ein Foul gestoppt. Elfmeter!
Hannes Ostgathe übernahm Verantwortung und verwandelte eiskalt zur 2:1-Führung.
Doch die Fortuna bekam den Gast einfach nicht richtig in den Griff. Das Trainerteam wurde an der Seitenlinie vor der Pause deutlich lauter und forderte eine bessere Zuordnung. Zu oft kam Neukirchen-Vluyn durch. Und so kam es, wie es kommen musste: Mit der letzten Chance vor der Pause erzielte der Gast noch das 2:2.
Jablonski zaubert, doch Neukirchen antwortet.
Nach dem Seitenwechsel kam die Fortuna besser aus der Kabine. Niklas Wenderdel hatte die erste Möglichkeit. Dann kam die 53. Minute und der große Auftritt von Lennart Jablonski. Aus rund 25 Metern zog er ab. Der Ball wurde leicht abgefälscht und senkte sich unhaltbar genau in den Winkel. Tor des Monats! 3:2 für Fortuna! War die Fortuna jetzt dominant? Nein. Neukirchen-Vluyn blieb gefährlich und schlug in der 59. Minute zurück. Ein schneller Konter, dazu ein sehenswerter Schuss aus rund 18 Metern aus spitzem Winkel: 3:3.
Das Spiel wurde nun härter und intensiver. Rot, Überzahl und der Lucky Punch. In der 63. Minute dann die nächste entscheidende Szene: Ein böses Foul an Hannes Ostgathe wurde mit der glatten Roten Karte bestraft. Die Gäste mussten fortan in Unterzahl weiterspielen. Doch wer dachte, dass die Partie damit für die Fortuna einfacher wurde, sah sich getäuscht. Die Geschwindigkeit der Gäste blieb gefährlich, immer wieder suchten sie den Weg nach vorne.
Aber die Fortuna hatte noch einen Pfeil im Köcher. 78. Minute. Luca Fischer! Endlich spielte die Fortuna die Überzahl konsequent aus. Fischer blieb cool und traf zum 4:3. Jetzt wurde es endgültig zum Nervenspiel. In der 87. Minute sah Peter Heinz Gelb-Rot. Plötzlich war die Fortuna selbst nur noch zu zehnt. Und dann: sieben Minuten Nachspielzeit! Sieben Minuten Zittern, Kämpfen und Hoffen. Jeder Zweikampf wurde gefeiert, jeder geklärte Ball mit Erleichterung quittiert. Dann endlich der Schlusspfiff.
Drei Punkte, die bleiben auf Rheinbaben. 4:3! Die Fortuna bringt einen intensiven und völlig verrückten Flutlichtabend über die Zeit. Es war sicherlich nicht alles glänzend. Zu viele Chancen ließ man dem Gegner, defensiv gab es immer wieder Probleme mit dem Tempo der Gäste. Aber am Ende zählen diese drei Punkte. Wille und Leidenschaft und vielleicht auch ein kleines bisschen Glück, bescherten der Fortuna einen wichtigen Heimsieg.
Rheinbaben durfte feiern. Und nach diesem Flutlicht-Krimi war das absolut verdient. Das Statement des Trainerteam: "Wir haben ein richtig gutes Bezirksligaspiel gesehen, mit hohem Tempo und einem richtig guten Gegner. Wunden lecken und vorbereiten aufs nächste Spiel. Ich selbst bin noch voller Adrenalin und kann sicher noch nicht schlafen.“
Die Dauerkarte für die Spielzeit 2026/2027 kann noch bestellt werden:

Postalische Anschrift:
SV Fortuna Bottrop 1932 e.V.
Postfach 10 14 18
46214 Bottrop

